Nach einigem hin und her getelefoniere war dann irgendwann auch endlich klar, wann wir anrauschen durften. Also flogen Klaus und ich los. Kurz nach vier waren wir dann auch in Wahlwiller eingetroffen.
Hier haben wir erstmal gemütlich ausgeladen und die Zimmer bezogen. Von diesen war ich sehr angenehm überrascht. Ein kleines Einzelzimmer als klösterliche Zelle, spärlich eingerichtet aber mit allem was man sich wünscht. Im Schrank noch viele zusätzliche Decken und Kissen, damit man sich auch sein Bett aufstocken kann.

Schön war auch, dass man sein Zimmer garnicht verfehlen konnte:

Nungut. Unmittelbar nach dem Zimmerbezug wurde der Tatort vorbereitet. In diesem kleinen Räumchen habe ich dann die folgenden 48 Stunden gehaust:

Dieses Beichtzimmer war die quasi perfekte Regie. Es hat keinen Nachhall, die Decke ist abgehangen, die Wände nicht parallel, also beste Vorraussetzungen für vernünftige Abhörmöglichkeiten. Hier habe ich mich also erstmal niedergelassen und aufgebaut, bis dann nach einem bequemen Abendessen der Chor gegen halb sieben dann angestapft kam. Dann allerdings schon die ersten Probleme! Signalaussetzer und Brummgeräusche. Zunächst hatte ich den Verdacht auf Probleme mit dem Multicore, aber das war nach mehreren Tests doch nicht der Verursacher. Auch die Mikrofonvorverstärker konnten dann ausgeschlossen werden. Relativ schnell wurde dann klar, dass der große Kabelbaum, der das Multicore mit den Vorverstärkern verbindet einen ganz derben “hauweg” hatte.Trotzdem hatte ich bis ich dann wieder alles passend verkabelt hatte etwas mehr als 45 Minuten verloren.
Dann aber konnte es losgehen. Die Recordingsession am ersten abend ging dann bis gegen 23.00 Uhr. Mit dem anschließenden Abhören war dann um 23.30 der Mac auch wieder abgeschaltet. Insgesamt waren die Ergebnisse des ersten Abends sehr vielversprechend!
Am nächsten morgen gab es zunächst den Blick aus dem Fenster:
Ups ein wenig Schnee. Nungut, es ging weiter nach einer kurzen Dusche um kurz vor Acht zum Frühstück und gegen neun war dann auch das Studio a.k.a. Kapelle wieder einsatzbereit:

Die Hauptmikrofonanordnung bestand übrigens aus einer AB-Anordnung von 2 Brauner Phantom AE’s und einem XY (darum sind die auch so verkreuzt) von zwei Schoeps CMC6/MK4. Mit diesen Anordnungen lassen sich schöne Stereoabbildungen erschaffen, die dann den Chorklang wunderbar übertragen.

Jochem hat mich dann mal bei meiner Arbeit geknipst. Allerdings lief hier grad nur die Vorbereitung für den nächsten Titel, daher war ich nicht so intensiv beschäftigt wie sonst…..
…. denn man muss sich ja zwischen drin auch mal beschäftigen. Beispielsweise mit dem Fotographieren:





Abgesehen von einigen wenigen Pausen habe ich dann fast den ganzen Samstag in der Regie verbracht und hatte nicht die Gelegenheit mal die winterliche Landschaft zu genießen. Am Sonntag legte zwar Frau Holle noch eine Schaufel Schnee drauf, aber ich hab mich auf meine Arbeit konzentriert und nur dieses Foto geknipst

Alles in allem war es aber ein tolles Wochenende mit vielem intensiven musizieren und arbeiten. Jeder der teilgenommen hat, hat viel gelernt und viel erfahren.
Jetzt beginnt für mich dann nach der Klausurphase die Zeit, wo das ganze Material dann zusammengeschnitten wird und dann CD-reif gemacht wird.
Aber zuerst mal fleißig Credit-Points sammeln.